aktuelle Arbeit

still aus Film

Tamara Widmer/Manuela Hitz (siehe auch frauk.ch)

Die Schweiz grenzt an fünf Aus-Länder: Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich. Die entsprechenden Grenzlinien wurden erkämpft, mussten hingenommen werden, oder ergaben sich auf natürliche Weise. Sie werden weiter als solche betont und verteidigt. “Künstlich, politisch gezogene Grenzlinien haben immer wieder eine wichtige Rolle für die Menschen gespielt, und so wird es wohl bleiben, solange es Menschen gibt. Ich glaube, solche Linien werden erst dann aufhören wichtig zu sein, wenn es gilt, sich gemeinsam gegen einen Außerirdischen abzugrenzen.” So Seiichi Furuya in seinem Textbeschrieb zu “Staatsgrenzen“, 1983.

Die 1899km lange schweizerische Grenze könnte man als schön, romantisch oder auch unauffällig beschreiben. Aber gerade in dieser ruhigen Landschaft spürt man die stillen traurigen Tatsachen der Vergangenheit und Gegenwart. Seit September 2013 begehen wir im Sinne einer künstlerischen Aktion in Etappen schweigend die Grüne Grenze der Schweiz. Danach sprechen wir jeweils einzeln, an den anderen gerichtet, die Geschichten, Gedanken, Fragen und Begegnungen, welche sich im Gehen angesammelt haben, auf Band. Es sind vor allem die kleinen persönlichen Geschichten, die uns interessieren, vor dem Hintergrund der anonymen Geschichten der Landschaft. Das Nachdenken über den Begriffskomplex “Grenze” und dessen verschiedene Bedeutungsdimensionen erfährt so in Ansätzen eine künstlerische Konkretion.

Wir richten auf unseren Grenzwanderungen zusätzlich eine kleine Kamera ein, das uns, von einer etwas erhöhten Perspektive aus, beim Laufen filmt.

Die Wanderungen selber bzw. unser tatsächliches Gehen bleiben aber Schwerpunkt und Zentrum dieser konzeptuellen Arbeit.

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